Mit Freunden ein Haus kaufen - das muss beachtet werden

Mit Freunden ein Haus kaufen: Das muss beachtet werden

Wohngemeinschaften sind in Großstädten aufgrund des geringen Wohnraumangebots oder der hohen Mieten schon lange keine Seltenheit mehr. Das Zusammenleben mit Freunden oder auch völlig Fremden ist eine enorme Kostenersparnis. Warum also nicht einfach einen Schritt weitergehen und gleich gemeinsam mit den besten Freunden oder Familienmitgliedern ein Haus kaufen und dieses gemeinsam bewohnen?

Harmonie als Grundvoraussetzung

Offensichtlich entsteht bei immer mehr Menschen der Wunsch mit anderen zusammenzuleben, statt alleine eine Wohnung zu beziehen. Dies ist auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen. Die einen suchen finanzielle Entlastung, andere hingegen legen großen Wert auf das gemeinsame Leben mit den Liebsten.

Das Vorhaben sollte dennoch gut überlegt und geplant sein. Denn letztendlich übernehmen beide Parteien auch entsprechend viel Verantwortung und das gemeinsame Leben im Eigenheim muss auch bei Konflikten oder Streitigkeiten weiter funktionieren können. Es empfiehlt sich also vor allem beim gemeinsamen Kauf einer Immobilie, dies nur mit Menschen zu unternehmen, mit denen man vorher bereits längere Zeit zusammengelebt hat!

Gemeinsam kaufen und Geld sparen

Es gibt viele Gründe, warum es sich lohnen könnte, nicht allein, sondern gemeinsam ein Haus zu finanzieren. Das Eigenheim gemeinsam mit dem Partner zu kaufen ist eine Option, noch interessanter und lebendiger wird das Unterfangen aber, wenn man den Kauf mit den besten Freunden oder auch Verwandten plant und angehen will.

Als vorteilhaft erweist sich die Wohngemeinschaft im Alltag. Zum Beispiel, im Krankheitsfall oder bezüglich der Kinderbetreuung, wenn sich zwei Familien zusammenschließen. Auch viele Arbeiten im und am Haus können gemeinsam erledigt werden. Ob der Großputz, die Gartenarbeit oder die Renovierung – das gemeinsame Wohnen ist mit weniger Arbeitsaufwand und geringeren Kosten verbunden, da die Ausgaben untereinander aufgeteilt werden können.

Das beginnt bereits beim Hauskauf selbst. Wer gemeinsam investiert spart viel Geld. Zum Beispiel, wenn am Haus Renovierungsarbeiten anfallen, die allein kaum finanziell zu bewerkstelligen sind.

Vertrauen ist gut, Absicherung noch besser

Bevor Sie über den Hauskauf mit Freunden oder Verwandten nachdenken, ist es wichtig, die Beziehung genau zu beleuchten. Ein solches Vorhaben sollte man nicht mit Freunden planen, die man erst seit kurzer Zeit kennt. Wichtig ist eine Vertrauensbasis, die Sie über längere Zeit aufbauen konnten. Das ist letztendlich eine gute Absicherung dafür, dass auch das gemeinsame Leben im Haus funktioniert.

Ebenso müssen beide Parteien bereit sein, mit offenen Karten zu spielen. Das heißt, dass ehrliche Angaben zu den finanziellen Verhältnissen des jeweils anderen unentbehrlich sind. Wie steht es um Rücklagen? Und wie gut ist die berufliche Situation aktuell abgesichert? Geldfragen oder finanzielle Probleme können beim gemeinsamen Hauskauf und den anfallenden späteren Arbeiten nämlich zu einem großen Problem werden.

Mit Freunden Immobilie kaufen

Streit kommt bei den besten Freunden vor. Wichtig ist hier ein ausführliches Gespräch, lange bevor der Hauskauf offiziell getätigt wird.

Weiterhin müssen Sie hinterfragen, wie gut Ihre Freunde sich hinsichtlich möglicher Konflikte schlagen? Streit gibt es innerhalb der besten Familien und sogar langjährige Freundschaften können aufgrund von Streitigkeiten oder Unstimmigkeiten schnell zerbrechen. Wenn dann weiterhin ein Haus gemeinsam bewohnt werden soll, kann das zu einem ernsten Problem werden.

Ein ausführliches Gespräch, lange bevor der Hauskauf offiziell getätigt wird, ist daher unabdingbar, um etwaige Konfliktsituationen bereits im Vorfeld anzusprechen und über mögliche Lösungen in einem solchen Fall zu diskutieren.

Fachmann hinzuziehen und Verhältnisse offizielle klären

Eigentumsverhältnisse müssen beim Hauskauf mit Freunden klar geregelt sein. Einfache Versprechen unter Freunden reichen nicht aus. Es heißt, Absicherung für den Ernstfall zu schaffen, weshalb die Unterstützung durch einen Rechtsexperten und Notar unverzichtbar ist.

Dadurch, dass klare rechtliche Verhältnisse geschaffen werden, unterbinden Sie gleichzeitig mögliche spätere Auseinandersetzungen vor Gericht. Beispielsweise dann, wenn eine Partei aufgrund finanzieller Engpässe plötzlich nicht mehr in der Lage ist, die erforderlichen Zahlungen aufbringen zu können.

Über das Grundbuch lassen sich bereits im Vorfeld viele solcher Konfliktsituationen klären und Sie können gemeinsam festlegen, wie man in einem solchen Fall weiter verfahren will.

Das Hinzuziehen eines Rechtsexperten ist somit nicht als Vertrauensbruch innerhalb der Freundschaft oder Familie zu betrachten. Vielmehr schafft der Fachmann klare Verhältnisse und erspart einem rechtliche Streiterein, die sich oft über mehrere Jahre hinziehen können.

Das Zusammenleben – Klare Regeln schaffen

Sind sämtliche Formalitäten geregelt, müssen gleichzeitig auch Details bezüglich des Zusammenlebens näher beleuchtet werden. Denn hier besteht mitunter das größte Konfliktpotenzial. Der Alltag kann im gemeinsamen Haus zur echten Bewährungsprobe werden, da es unzählige Situationen gibt, die Streiterein heraufbeschwören könnten.

Das beginnt mit Kleinigkeiten wie der Reinigung von Gemeinschaftsräumen oder auch in Hinblick auf die Pflege des Hausgartens. Wer mäht wann den Rasen und wer kümmert sich an welchen Tagen um die eingeschneite Auffahrt?

Ein Haushaltsplan ist daher innerhalb einer solchen Wohngemeinschaft unverzichtbar. Hier wird klar strukturiert, wer welche Aufgaben wann zu erfüllen hat.

Für maximale Absicherung und Transparenz empfiehlt es sich auch hier, die im Vorfeld getroffenen Absprachen vertraglich mit der Unterstützung eines Fachmanns festzuhalten. Das gilt besonders für Aufgabenbereiche wie die Wartung des Außenbereichs, der Hofeinfahrt oder der Reinigung der Dachrinnen. So geben Sie möglichen Konflikten erst gar keine Chance und schaffen schon vor dem Einzug klare Verhältnisse.

Privatsphäre ist wichtig

Gemeinsam zu leben heißt letztendlich nicht, dass Sie zwangsläufig 24 Stunden täglich gemeinsam mit Ihren Freunden zusammen sein müssen. Im Gegenteil – das könnte schnell zur Belastung für die Freundschaft werden.

Privatsphäre für die jeweilige Familie ist wichtig, was dafürspricht, das Haus und die Räume entsprechend aufzuteilen. So bietet es sich zum Beispiel an, dass eine Familie die Zimmer im oberen Stockwerk bezieht, während die andere Partei im Erdgeschoss verbleibt. Auch die Nutzung der Badezimmer sollte geklärt werden, was ebenso für Gemeinschafsräume wie die Küche oder den Wohnbereich gilt.

Die Privatsphäre des anderen zu respektieren, ist beim Zusammenleben im gemeinsamen Haus ungemein wichtig. Daher sollten Sie bereits beim Hauskauf die Struktur der einzelnen Räume beachten und darüber nachdenken, ob es möglich ist, aufgrund der Raumaufteilung für separate Wohnbereiche zu sorgen.

Auch Maßnahmen zum Schallschutz sind wichtig. Insbesondere dann, wenn man übereinander wohnt. Dämmplatten für Decken, Wände oder zumindest für den Fußboden bieten sich an, um die Geräuschkulisse im Alltag so gering wie möglich zu halten. Wenn das Haus vor dem Einzug noch renoviert oder saniert werden soll, könnten Sie solche Maßnahmen in jedem Fall für den freundschaftlichen Frieden in Angriff nehmen.

Fazit

Ein Haus mit Freunden zu kaufen ist ein kleines Abenteuer, das Ihnen mitunter hohe Kosten beim Kauf und bei Renovierungsarbeiten einsparen kann. Hinzukommt, dass das Zusammenleben mit den Liebsten mit vielen Vorzügen verbunden ist. Unterstützung und eine lebendige Wohnatmosphäre sorgen für Abwechslung und Vorteile im Alltag, aber auch Konflikte können durchaus zur Tagesordnung zählen. Daher ist es wichtig, Besitzverhältnisse aber auch Verpflichtungen im Rahmen des Hauskaufs und beim gemeinsamen Leben bereits im Vorfeld zu klären. Die Unterstützung durch einen Rechtsexperten ist dabei unverzichtbar.