Kreditzinsen 2018 in Österreich Zinsen im Überblick

Kreditzinsen in Österreich: Zinsen im Überblick

Sie sind auf der Suche nach den günstigsten und erschwinglichsten Kreditzinsen und -konditionen? Nun ja, leider können wir nicht mit absoluten Zahlen dienen, denn jedes Kreditgespräch und jeder Vertrag ist anders und wird ohnehin individuell auf Sie zugeschnitten. Was wir aber machen können, ist, Ihnen einen Überblick darüber zu geben, wie die aktuelle Niedrigzinssituation zu Stande kommt, von welchen Faktoren der Zinssatz bzw. die Zinsen eines Kredits abhängig sind und was einen Wohnbaukredit diesbezüglich ausmacht.

Definition, Funktion und Entstehung von Zinsen

Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist so geregelt, dass man Geld sozusagen für sich arbeiten lassen kann. Das machen unter anderem die Zinsen möglich. Die Nationalbanken borgen zu einem niedrigen Leitzins den Großbanken Geld, das sie zu einem etwas höheren Zins an kleinere Banken verleihen, das schließlich in Form von Wohnbau- oder Konsumkrediten und ähnlichen beim Endkunden landet. Diese bezahlen einen wiederum etwas erhöhten Zinssatz dafür, dass sie mit dem Geld der Bank einstweilen wirtschaften können.

Das hat den Vorteil, dass Kunden konsumieren und Unternehmen investieren können, auch wenn ihnen das Geld dafür aktuell noch nicht zur Verfügung steht, was bei so großen Summen eher selten der Fall ist.

Leitzins und EURIBOR

Die Höhe des Zinssatzes und demnach der Zinsen ist zum einen vom Leitzins abhängig, den die europäische Zentralbank (EZB) bestimmt. Daneben gibt es den EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate). Das ist ein Durchschnittswert der Zinssätze, die sich europäische Banken im sogenannten Interbankenhandel untereinander gewähren. Diesen Wert bestimmt der Geldmarkt, der unter bestimmten verschiedenen, für den Prozentsatz relevanten Einflüssen steht: Vertrauen der Banken einander gegenüber und Vertrauen der Verbraucher, Wirtschaftswachstum, Inflation, Kreditwürdigkeit, etc.

Entwicklung der Kreditzinsen seit 1980 und 2000

Die statistischen Kurven sind sich in Bezug auf die Kreditzinsentwicklung einig. Einen so rasanten Abwärtstrend, wie in den letzten paar Jahrzehnten haben wohl damals nur wenige kommen sehen. Während es damals nicht unüblich war, zweistellige Zinssätze zu bekommen, verhandelt man heute im Vergleich auf einem Niveau, das tatsächlich an der vielversprochenen Null-%-Finanzierung kratzt. Dass Banken die Negativzinsen, die sie von der EZB bekommen, künftig an ihre Kunden direkt weitergeben werden, darf jedoch bezweifelt werden.

Mit Beginn des neuen Millenniums begannen die Kreditzinsen stetig zu sinken, bis sie mit der Finanzkrise 2008 endgültig zu stürzen begannen. Der EURIBOR fiel von fast 5,5% Ende 2008 auf unter 0,4% ein Jahr später. 2014 schließlich sinkt er erstmals unter 0% und hat sich bis heute dort eingependelt.

Aktuelle Kreditzinsen in Österreich: Entwicklung & Prognose

Aus einigen Ecken ist zu hören, dass sich nach der lang anhaltenden Niedrigzinsphase nun bald wieder ein Ansteigen der Zinssätze beobachten lassen wird. Die Kredite, die auf längere Frist vergeben werden, sind währenddessen weiter gesunken. Noch ein halbes Jahr zuvor meldete die Presse, dass bei zehnjährigen Laufzeiten und länger die Sätze eher im Steigen begriffen sind. Das zeigt unter anderem auch auf, dass Prognosen besonders im Finanzsektor äußerst schwer zu treffen sind.

In der Praxis werden sich viele nun fragen, welche Zinssatzkonditionen man am besten versuchen soll auszuhandeln und stoßen dabei auf den fixen Zinssatz. Es klingt nur allzu logisch: bei einem Rekordtief der Zinssätze auf Kredite diesen Wert für den eigenen Kredit fixieren lassen, damit man im Falle eines unerwarteten Anstiegs vom weiterhin niedrigen Satz profitieren kann.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich Banken nicht ohne weiteres auf einen niedrigen, fixen Zinssatz einlassen. Soll er über die gesamte Laufzeit unverändert bleiben, schlägt man als Bank in der Regel noch ein paar Prozentpünktchen auf. Nun kommt es natürlich speziell bei langfristigen Krediten darauf an, wie sich die Lage entwickeln wird. Ein Ersparnis soll laut einer Berechnung der Schöllerbank bis zu einer Zinssatzsteigerung von 0,20% p.a. bestehen. Steigert sich der Satz weiter, zahlt man, verglichen mit dem von Haus aus niedrigeren Fixzins, mehr.

3-Monats-Euribor

Der EURIBOR 3M ist der Referenzzinssatz für Kredite über eine Laufzeit von 3 Monaten. Dieser Wert ist demnach vor allem für kurzfristige Kredite der Banken untereinander interessant, denn er wird oft mit einem mehr oder weniger großen Aufschlag an Prozentpunkten direkt übernommen. Seit 2017 pendelt sich dieser bei gerundet -0,32% ein.

Konditionen und Zinsen im Vergleich

Interessant ist auch, wie die Höhe der Kreditzinsen überhaupt zustande kommt. Sie ist nämlich nicht nur vom Nominalzinssatz abhängig, bzw. auch der steht unter gewissen Einflüssen. Welche Zahnrädchen dabei ineinandergreifen, lesen Sie in diesem Kapitel.

Zinsfestschreibung

Die Zinsfestschreibung ist im Prinzip nichts anderes als der fixe Zinssatz. Es wird für gewöhnlich für eine bestimmte Zeit ein Zinssatz festgeschrieben – wie auch der Name besagt – und nach Ablauf der Frist wird der Zinssatz variabel. Die Zinsfestschreibung kann sich über den gesamten Zeitraum erstrecken, nur einen Teil oder auch gar nicht bestehen.

Laufzeit und fixer und variabler Zinssatz

Aktuell scheint es besonders günstig einen fixen Zinssatz zu vereinbaren, solange Leitzins und EURIBOR niedrig bleiben und zumal auch eine Anpassung nach unten nicht sehr wahrscheinlich ist. Man würde also meinen, man verpasse ohnehin nichts, wenn man sich für den fixen Satz entscheidet. Nun ist es aber so, dass Banken variable Zinssätze gerne niedriger vergeben als die fixen.

Da von mancher Seite spätestens in den nächsten drei Jahrzehnten (und so lange kann eine Kreditlaufzeit immerhin dauern) ein Anstieg vorausgesagt wird, würde sich die Fixzinsbindung durchaus lohnen. Bei kurzen Laufzeiten kann man seinen Sollzins schon beruhigter den Entwicklungen des Kreditmarktes überlassen.

Kreditnebenkosten

Die Kosten, die außer der Tilgung des Kreditbetrages und der Sollzinsen zu bezahlen sind, nennt man Kreditnebenkosten. Sie werden im Kreditvertrag erwähnt bzw. vereinbart und durch den effektiven Jahreszins ausgedrückt. Die Nebenkosten umfassen etwaige anfallende Gebühren, wie Bearbeitungsgebühren, monatliche Ratenzuschläge, Grundbuchgebühren, separate Kosten und beeinflussen selbstverständlich maßgeblich die zu bezahlenden Raten.

Nominalzinssatz und effektiver Jahreszins

Der Nominalzinssatz ist jener, der üblicherweise angegeben wird. Er ist p.a. also jährlich zu berechnen. Wenn die eben erwähnten Kreditnebenkosten mit eingerechnet werden, spricht man vom effektiven Jahreszinssatz.

Der effektive Zinssatz rechnet auch theoretische Verluste aus Zinsgewinnen mit ein, weil der Zinssatz jährlich berechnet, die Zahlungen aber monatlich getätigt werden. Man bezahlt also im Vorhinein und das bezahlte Geld hätte man theoretisch inzwischen anderweitig anlegen können. Dieser Wert, der auch Opportunitätskosten genannt wird, wird ebenso im Effektivzins mit eingerechnet.

Er ist demnach in jeden Fall höher als der Nominalzins und dient der besseren Vergleichsmöglichkeit zwischen Darlehensangeboten.

Wohnkredit im Vergleich zu anderen Kreditarten

Sofort- und Kleinkredite

Wohnbaukredite umfassen in der Regel größere Summen an Geld, als die Sofort- und Kleinkredite. Durch den niedrigeren Betrag besteht weniger Risiko und die Bank vergibt den Kredit leichtfertiger. Es sind dabei oft weder Kreditwürdigkeitsprüfung, Angabe des Verwendungszwecks oder Kreditsicherheiten von Nöten.

Personal- und Realkredit

Um einen Kredit genehmigt zu bekommen, muss man für gewöhnlich nachweisen, dass man auch in der Lage sein wird, den Kredit zu tilgen. Jene Kredite, die durch die Bonität des Kreditnehmers gesichert werden, nennt man Personalkredit. Wird dagegen eine Hypothek aufgenommen, sprich sichert der Kreditnehmer dem Kreditgeber Grundpfandrechte zu, spricht man vom Realkredit. Wohnbaukredite können in beiden Formen auftreten.

Wohnbaukredit mit Rechner für Kreditzinsen online berechnen

Als erster Schritt und um einen Überblick darüber zu bekommen, was einen als Kreditnehmer erwartet, kann man mit Kreditrechnern im Internet arbeiten. Man gibt ganz unkompliziert alle gefragten Werte rund um den Wohnkredit ein und bekommt die monatliche Rate und andere Schlüsselzahlen ausgerechnet. Bei umfangreicheren Rechnern gibt man das Finanzierungsvorhaben, die Immobilienart, den Objektwert und die Kreditsumme an. Darüber hinaus kann man zwischen variablen oder fixen Zinsen mit variabler Zinsfestschreibungsfrist wählen, die Kreditlaufzeit, das Beschäftigungsverhältnis und das Fälligkeitsdatum angeben.

Die bereitgestellten Daten werden selbstverständlich weder gespeichert noch weiterverwendet.

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