Grundstück kaufen: So finden Sie den optimalen Baugrund

Grundstück kaufen: So finden Sie den optimalen Baugrund

Für alles gibt es einen guten Grund – könnte man sagen und für das Eigenheim sollte es ein besonders guter Grund sein. Ist die Entscheidung getroffen, dass man ein Haus bauen möchte, ist der erste Schritt ein solides Baugrundstück zu finden und zu erstehen. Wer nicht gerade Bauprofi ist, wird überrascht sein, wie viel zu beachten ist, wenn es um den idealen Bauplatz geht.

Auf der Suche nach dem Grundstück: Wer gibt Auskunft?

Zuerst gibt es zu wissen, wo überhaupt zu suchen ist. Es gibt nämlich zahlreiche Anlaufstellen, die Auskunft über potentielle Bauplätze geben können. Da wären zunächst die recht klassischen Informationsstellen, wie die Anzeigen in Zeitungen.

Außerdem gibt es immer wieder aufstrebende, engagierte Gemeinden, die ihre erschlossenen Bauparzellen eigenständig zum Kauf anbieten. Solche Angebote sind dann auch frei von Provisionen. Diese fallen bei einer Vermittlung durch den Grundstücksmakler beim privaten Verkauf des Grundstücks nicht an.

Gleichwohl für deren Dienste eine Maklerprovision zu entrichten ist, besteht hierbei der Vorteil, dass der Makler über den aktuellen Markt Bescheid weiß. Er kennt die besten Angebote und Lagen und kann individuell auf Ihre Wünsche eingehen. Das gelieferte Know-How ist oft die Provision wert.

In welcher Umgebung befindet sich das Grundstück?

Besonders Häuslbauer suchen für ihr Grundstück eine optimale Umgebung. Schließlich hängt diese am Ende mit deren Wohlbefinden und Lebensqualität zusammen. Dabei kann natürlich jeder individuellen Vorliebe Raum gegeben werden. Die einen wohnen lieber ruhig, die anderen freuen sich auf eine belebte Nachbarschaft.

Folgend wollen wir sozusagen einige Denkanstöße geben, worauf Sie womöglich für Ihr Wohn-Wohlbefinden achten wollen würden. Eine solche Liste kann sicherlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Grundstückumgebung

Die Umgebung des Grundstücks spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl. © Christian Schwier – stock.adobe.com

Zunächst kann man sich überlegen, wie gut die Anbindung sein soll. Zentral und doch ruhig wird ganz oft verlangt, doch je schneller man bei Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten, Arbeitsplatz und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten sein kann, desto belebter ist auch die Wohnumgebung. Bevorzugen Sie eine ruhige Zurückgezogenheit oder ist Ihnen ein bisschen Leben in der Umgebung auch lieb?

Hierbei spielen Parameter eine Rolle, wie Anbindung an den Verkehr, die Nachbarschaft (wohnen viele Familien, ältere Paare, etc. in der Umgebung?), potentielle Lärmquellen, etc.

Ebenso ist die generelle Bebauung der Umgebung ausschlaggebend. Ist das Umfeld bereits stark bebaut? Womit ist es bebaut? Viele angelegte Grünflächen oder vielleicht Parkplätze und andere nützliche Infrastruktur werden eine andere Kaufentscheidung auslösen, als Fabriken in Grundstücksnähe.

Fragen Sie sich, bzw. fragen Sie beim Bau- oder Gemeindeamt nach, ob sich Mülldeponien, Betriebe mit landwirtschaftlicher Massentierhaltung, Kläranlagen, o.ä. in Grundstücksnähe befinden.

So sehr wir vielleicht versuchen sie zuzubauen, die Natur darf auch nicht außer Acht gelassen werden. Sind Hochwasserzonen, hangrutschgefährdete Steigungen oder potentielle Lawinenhänge in der Nähe, stellt der Hausbau dort vor Ort ein immenses Sicherheitsrisiko dar.

Die Grundstücksbeschaffenheit

Somit ist die Auswahl schon mal auf Grundstücke eingegrenzt, die sich in einer zufriedenstellenden Umgebung befinden. Stellt sich als nächstes die Frage, wie dort die Bodenverhältnisse sind.

Die Bebauung in Hanglagen, beispielsweise, gestaltet sich mitunter schwierig, im Speziellen, wenn der Boden nicht besonders tragfähig ist. Zu achten ist hier also besonders auf den Neigungswinkel und die Tragfähigkeit des Bodens auf dem Grundstück. Bei geneigter Grundfläche ist außerdem zu bedenken, wie sich der Niederschlag dort verhält. Kann er nicht ordentlich versickern, besteht das Risiko, dass er sich an unguten Stellen staut.

Die Beschaffenheit des Grundstücks

Bezüglich der Bodenverhältnisse informieren Sie sich am besten beim örtlichen Bauunternehmen, Bau- und Gemeindeämtern oder durch eine eigene Prüfung durch einen Gutachter. © alexlukin – stock.adobe.com

Die Untergrundkonsistenz hängt auch mit gewissen Altlasten zusammen. Je nachdem, ob und wenn ja, womit dieses Fleckchen Erde bereits einmal bebaut war, können untragbare Rückstände hinterlassen worden sein. Das reicht von chemikaliengetränktem Boden bis unbrauchbare, hinterlassene Leitungen und Rohre.

Sollten Sie einen Keller anlegen wollen, ist dringlich dazu geraten den Grundwasserspiegel bestimmen zu lassen. Denn ist der Grundwasserspiegel zu hoch, braucht es eine spezielle Abdichtung des Kellers, damit kein Wasser durchsickern kann.

Diese ganzen Informationen erhalten Sie bei örtlichen Bauunternehmen, Bau- und Gemeindeämtern oder durch eine eigene Prüfung durch einen Gutachter. Durch eine Bohrung bestimmt ein Bodengutachter beispielsweise die Höhe und den Fluss des Grundwassers, die Eigenschaften des Bodenmaterials, die Tragfähigkeit.

Sollten vereinzelte Punkte potentiell problematisch sein, liefert der Gutachter auch gleich noch Lösungsmöglichkeiten dazu. Harte Felsen können zum Beispiel gesprengt werden, zu lockere Erde verdichtet.

Wie ist das Grundstück ausgerichtet?

Sie träumen von einer Terrasse und einem langen, südseitig gelegenen Garten? Die Ausrichtung des Grundstücks kann Ihnen da noch einen kleinen Strich durch die Rechnung machen. Je nachdem wie die Längsachse des Grundstückes verläuft, bestimmt sich wie das Haus ausgerichtet werden kann und wo demnach Sonne und Schatten hinfallen.

Welche Größe braucht der Baugrund?

Abhängig von der gewünschten Größe Ihres zukünftigen Hauses entscheidet sich, wie viel Grund Sie beanspruchen müssen. Für ein freistehendes Wohnhaus werden in etwa 500 bis 800 m2 empfohlen. Soll noch ein Garten angelegt werden, braucht man schon locker über 800 m2 Grundfläche.

Flächenwidmungs- und Bebauungsplan

Der Flächenwidmungsplan wird von der jeweiligen Gemeinde erstellt und bestimmt, welche Flächen wie genutzt werden sollen bzw. dürfen. Unterschieden wird grob zwischen Grün-, Bauland und Verkehrsflächen. Handelt es sich um Bauland, ist wiederum der Bebauungsplan zuständig. Auf diesem wird festgehalten, welches Bauland wie bebaut werden darf. Sie sehen bereits, warum sich ein Blick in diesen lohnt.

Wichtiger Faktor beim Erwerb eines Grundstückes ist, ob das zu erwerbende Grundstück bereits aufgeschlossen ist oder diese Kosten noch für den Käufer anfallen.

Die Aufschließung eines Grundstückes kann Wasser, Strom, Gas, Fernwärme, Telefon, Abwasser, oder auch die Zufahrtsstraße betreffen. Daher soll bei einem Erwerb des Grundstückes immer darauf geachtet werden, ob das Grundstück bereits voll aufgeschlossen ist oder für den Erwerber noch Investitionskosten diesbezüglich anfallen.

Oft passiert es, dass man denkt, man habe schon sämtliche Überlegungen angestellt und wisse bis ins Detail, wie man sich den idealen Baugrund vorstellt. Durch die hier vorliegende Übersicht bekommen Sie eine Idee davon, was alles bedacht werden kann bzw. sollte, um zum Traumbaugrund zu kommen und beim Bau keine bösen Überraschungen zu erleben.

Titelbild: © Daniel Bahrmann – stock.adobe.com