Fernsehanschluss bei Umzug mitnehmen oder wechseln?

Fernsehanschluss bei Umzug mitnehmen oder wechseln?

Quer durch das Land oder die Stadt umzuziehen ist schon an sich anstrengend genug. Wenn dann auch noch administrative Hindernisse hinzukommen, ist das umso nervenzehrender. Dazu gehört – auch in Zeiten der TV-Verdrossenheit vieler Haushalte – der Fernsehanschluss, denn im Wald der unterschiedlichen Anschlüsse und Zusatzpakete, verläuft man sich schneller, als gedacht.

Damit Sie sich getrost um wichtigere Dinge kümmern können, um einen reibungslosen Umzug vonstattengehen zu lassen, stellen wir Ihnen die nötigen Informationen zur Verfügung, um Anschluss, Anbieter und GIS erfolgreich ab-, an- und umzumelden.

Art des Fernsehanschlusses

Informieren Sie sich bereits vor dem Umzug, welcher Fernsehanschluss in der neuen Wohnung möglich ist.

Art des Fernsehanschlusses

Das Signal, das von den Fernsehstationen gesendet wird, kommt auf unterschiedliche Arten in den Haushalten an. Dort wird es dann auch von unterschiedlichen Empfangsgeräten in Bild und Ton verwandelt. Je nachdem, welchen Anschluss und welches Empfangsgerät Sie vor dem Umzug hatten und nach dem Umzug haben werden, ergeben sich andere Schritte.

Das Digitalfernsehen (DVB, digital video broadcasting) ist prinzipiell auf 3 Arten empfangbar: über Satelliten (DVB-S), eine Antenne (DVB-T) oder Kabel (DVB-C). Die neueren TV-Geräte sind für gewöhnlich so ausgerichtet, dass sie jede der Empfangsarten auch verarbeiten können. Stellen Sie aber besser vorab sicher, dass das auch der Fall ist, bzw. dass Ihr Fernseher auch mit der gegebenen Empfangsart umgehen kann. Dann ist eigentlich auch schon für fast alles gesorgt.

Satellitenanschluss (DVB-S)

Ein Beispiel für einen Fernsehanschluss ist die umgangssprachlich genannte Sat-Schüssel. Sie muss irgendwo, am besten an einem möglichst hohen Punkt am Gebäude angebracht und ihr Kabel dorthin verlegt werden, wo der Fernseher stehen soll.

Bei einem freistehenden Einfamilienhaus ist das in der Regel kein Problem. Mieter und Eigentümer von Wohnraum in einem Mehrparteienhaus müssen vorher abklären, ob man einen Sat-Empfänger installieren darf, oder ob sogar bereits einer vorhanden ist.

Der Vorteil des Satellitenfernsehens ist, dass man prinzipiell sofort Sender empfangen und eigentlich kostenfrei schauen kann. „Eigentlich“ deshalb, weil das Gros der Sender verschlüsselt ankommt und man Pakete, wie etwa eine TV-Karte, dazukaufen muss, um gewisse Sender auch sehen zu können.

Wechselt man von einem Haushalt mit Sat-Anschluss in einen anderen, der ebenfalls über Satellitenfernsehen verfügt, hat man keinerlei Umstellungsaufwand. Man nimmt einfach das Gerät und die TV-Karte mit an den neuen Standort.

Kabel-TV (DVB-C)

Fast jede Wohnung hat zwei Netzanschlüsse: einen für Internet und Telefon und einen fürs Kabelfernsehen. Dort schließt man ganz einfach das DVB-C-fähige Gerät an, gegebenenfalls mithilfe eines Receivers (der oft vom Anbieter zur Verfügung gestellt wird) und sucht sich einen TV-Anbieter, der ein passendes Angebot für die eigenen TV-Bedürfnisse bereitstellt.

Hat die neue Wohnung also, genauso wie die alte, einen Kabelanschluss, meldet man den Umzug einfach beim TV-Anbieter, sofern dieser auch am neuen Standort tätig ist. Ansonsten meldet man den alten Tarif fristgerecht ab und vereinbart einen neuen Vertrag mit einem anderen Anbieter. Wichtig zu beachten sind die Kündigungsfristen und Vertragsbindungen.

Antenne (DVB-T)

Der Antennenanschluss funktioniert ähnlich, wie der Satellitenanschluss, ist aber eigentlich schon so gut wie im Verschwinden begriffen. Man benötigt dafür eine Antenne, gegebenenfalls ein separates Empfangsgerät mit Kabel und einen Fernseher mit HDMI-Port. Man empfängt dann einige Sender kostenfrei und unverschlüsselt. Für die meisten Programme muss man aber wiederum einen Vertrag mit einem TV-Anbieter abschließen.

Fernsehen ohne Antennen-, Satelliten- oder Kabelanschluss: IPTV

Wer von all diesen herkömmlichen Fernsehanschlüssen nicht ganz überzeugt ist, hat auch selbstverständlich die Möglichkeit, über das Internet fernzusehen. Die Internet Protocol Television geht weit über die Mediatheken der TV-Sender und YouTube auf mobilen Empfangsgeräten hinaus. Zahlreiche Anbieter rangeln um die günstigsten Angebote, die sowohl das gängige TV-Programm, als auch Filme und Serien zur Verfügung stellen.

Diese Angebote lassen sich noch einfacher übersiedeln, als der Kabel- und Satellitenanschluss. Da man sich ohnehin früher oder später einen Internetzugang zulegen wird, ist auch das schließlich in Null-Komma-Nichts erledigt. Einfach den internetfähigen (!) Fernseher verbinden und sich einloggen. Solche Angebote sind eigentlich vom Standort relativ unabhängig.

GIS: Das müssen Sie bei einer Anmeldung, Abmeldung oder beim Ummelden tun

Die Gis An-, Ab- oder Ummeldung kann ganz einfach online erfolgen.

GIS An-, Ab und Ummeldung

Der Gebühren Info Service ist für das (etwas polemisch formulierte) Eintreiben der Rundfunkgebühren zuständig. Was dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Bund und Ländern und der Kunstförderung zugutekommt, wird monatlich von jedem Haushalt abgeführt, der ein empfangsbereites Gerät besitzt. Die Anmeldung erfolgt völlig unkompliziert online.

Im Falle eines Umzugs greift man für die GIS Ummeldung ebenfalls auf das Online-Formular zurück, das man auf dem Internetportal der GIS findet.

Nimmt man keinen Rundfunk mehr in Anspruch, sprich lässt man die empfangsbereiten Geräte sozusagen auf der Strecke zurück, gibt es auch die Möglichkeit, sich von der GIS abzumelden.

TV-Anbieter

Ein Vertrag mit einem Fernsehanbieter ist prinzipiell nur bei einem Kabelanschluss notwendig. Antenne, Satellit und Internet liefern auch ohne zusätzliche Verträge das Fernsehprogramm auf die Mattscheibe – wobei man beim Internet ja ohnehin die monatlichen Vertragsgebühren bezahlt. Allerdings hat man dann nur eine begrenzte Anzahl an Sendern zur Verfügung. Um alle gewünschten Programme empfangen zu können, braucht man entweder einen Vertrag oder zumindest eine TV-Karte.

Zusatzpakete mitnehmen

Beim Umsiedeln von Zusatzpaketen, um eine noch weitere Bandbreite an Sendungen, Filmen und Serien schauen zu können, muss man sich bei den Anbietern direkt erkundigen. Bei manchen muss der Umzug via Ummeldung bekannt gegeben werden, bei anderen reicht es, den Zugang am Empfangsgerät selbst einfach wieder herzustellen. Genauere Infos dazu, gibt der Anbieter selbst.

Beim Umzug gleich Kombipakete wählen

Speziell beim Kabelanschluss bieten viele Netzbetreiber Kombipakete mit TV, Internet und Telefon an. Diese sind oftmals sogar billiger, als eines davon getrennt abzuschließen. Wenn man schon umzieht und sich vor Ort wieder neu vernetzen muss, ist man gut damit beraten, gleich alles aus einer Hand zu beziehen.

Wir hoffen, mit diesem Überblick über das Thema Fernsehanschluss und wie man ihn ummelden kann, einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben, Ihren Umzug einfacher zu gestalten. Unterhaltung, was der Fernseher neben Information ja verspricht ins Wohnzimmer zu holen, soll schließlich nicht mit Unmengen an komplizierter Bürokratie und Technik zusammenhängen.