Ölheizung: Kosten und Funktionsweise

Ölheizung: Heizen mit Öl

Ölheizungen sind nach wie vor eine der am häufigsten vorkommenden Heizmethoden. Auch wenn sie vor einigen Jahrzehnten noch als modern galten, so büßen sie im Vergleich mit erneuerbaren Energien doch einiges an Attraktivität ein. Im Folgenden berichten wir über die Funktionsweise, Vor- und Nachteile und Kosten einer Ölheizung und beantworten die Frage, was das Heizen mit Öl für die Umwelt bedeutet.

Wie funktioniert das Heizen mit Öl?

Die Funktion von Ölheizungen ist im Prinzip ganz einfach. Das Öl wird in den Öltank gepumpt und erwärmt. Mithilfe von feinen Düsen wird es dann zerstäubt und in den Brennraum gesprüht, wo es durch elektrische Funken entzündet wird. Die dadurch entstehende Wärme wird anschließend auf das Wasser im Brennkessel geleitet, das dann in den Heizkörper transportiert wird. Die auftretenden Abgase werden über den Kamin abgegeben.

Die wichtigsten Bestandteile einer Ölheizung sind also der Tank, der Brennkessel, die Verrohrung und der Kamin. Mit einem Warmwasserspeicher kann durch das Heizen mit Öl auch Warmwasser erzeugt und gelagert werden, sodass immer genügend warmes Wasser zur Verfügung steht. Beim Brennkessel gibt es wiederum unterschiedliche Varianten mit variierender Effizienz.

Nutzung moderner Brennwertkessel

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Konstanttemperaturkessel, Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel. Konstanttemperaturkessel gelten inzwischen als veraltet und dürfen nicht mehr verbaut werden, da sie ineffizient sind und zu viel Brennstoff verbrauchen. Auch viele Niedertemperaturkessel werden mittlerweile nicht mehr hergestellt. Dennoch sind in Österreich immer noch zahlreiche Heizanlagen in Betrieb, die zwischen 15 und 30 Jahre alt sind.

Hiezkosten beim Heizen mit Öl

Ölheizungen sind nicht sehr umweltfreundlich.

Die derzeit effizientesten Ölheizungen verwenden eine moderne Brennwerttechnik. Dabei wird zusätzlich zur Wärme, die durch das Verbrennen von Öl entsteht, auch die Wärme genutzt, die sonst durch den Schornstein verloren geht.

Mit dieser Technik wird der Energieverbrauch um bis zu 30% gesenkt, sodass sparsamer und umweltfreundlicher Wärme erzeugt werden kann. Aus diesem Grund gibt es staatliche Förderungen, um alte Kessel gegen neue Brennwertkessel zu tauschen.

Allerdings stellt sich die Frage, ob sich eine Modernisierung von veralteten Ölheizungen überhaupt noch lohnt. Tatsächlich gibt es einige Dinge, die für das Heizen mit Öl sprechen, jedoch haben die Heizungen auch wesentliche Nachteile.

Vor- und Nachteile von Heizöl

Trotz ihres schlechten Rufs hat eine Ölheizung auch Positives für den Verbraucher. Schwankende Ölpreise können etwa unter Umständen einen Vorteil darstellen. Wer sich auf den Markt einstellt, kann selbst bestimmten, wann und wie viel Öl gekauft wird. Zudem kann in kostengünstigen Phasen auch auf Vorrat gekauft werden.

Auch die Ölbeschaffung und die Wartung sind relativ unkompliziert. Da Ölheizungen immer noch sehr beliebte Wärmespender darstellen, wird das schwarze Gold aus mehreren Ländern importiert, sodass es nicht zu Engpässen kommt. Durch die langjährigen Erfahrungswerte können die Heizungen außerdem meist ohne größere Probleme von Heizungsinstallateuren gewartet und repariert werden.

Als fossiler Brennstoff ist Öl jedoch nur in endlichen Mengen verfügbar. Auch wenn die nächsten Jahre gesichert sein dürften, kann es auch aus politischen Gründen kontinuierlich zu Preiserhöhungen kommen. Zudem wird der Rohstoff Öl für viele andere Dinge, wie Treibstoff und Alltagsprodukte gebraucht, was eine Verheizung ziemlich verschwenderisch erscheinen lässt.

Ein wesentlicher Nachteil ist auch, dass das Verbrennen von Öl Treibhausgase erzeugt und sich äußerst negativ auf Klima und Umwelt auswirkt. Darüber hinaus wird für Ölheizungen häufig ein großer Tank benötigt, der in Wohnungen relativ viel Platz einnimmt. Die Entscheidung, ob eine Ölheizung verwendet werden sollte oder nicht, ist jedoch auch meist eine Kostenfrage.

Die Kosten einer Ölheizung

Die Anschaffung eines Öl-Brennwertkessels kostet für ein typisches Einfamilienhaus etwa zwischen EUR 4.000,- und EUR 7.000,-. Dazu kommen noch die Kosten für einen Warmwasserspeicher und einen Öltank, sowie die Installation. Wie hoch der Preis für eine neue Ölheizung ist, ist daher schwierig pauschal zu beantworten. In der Regel sollte aber mit Preisen zwischen EUR 6.000,- und EUR 10.000,- gerechnet werden.

Vorteile und Nachteile von Heizöl

Ein Einfamilienhaus verbraucht im Jahr durchschnittlich Heizöl im Wert von 1.000 Euro.

Wenn ältere Heizungen mit neueren Technologien modernisiert werden, beläuft sich das gewöhnlich auch auf einen Betrag von etwa EUR 7.000,-. Allerdings gibt es dabei interessante finanzielle Förderungen vom Staat, die den Umstieg auf energieeffizientere Methoden etwas erleichtern.

Die laufenden Betriebskosten sind besonders schwer abzuschätzen, da Ölpreise laufend Schwankungen unterliegen. Im Durchschnitt verbraucht ein Einfamilienhaus im Jahr um die 2.000 Liter Öl, was einen Preis von etwa EUR 1.000,- pro Jahr ausmacht. Im Allgemeinen sollte jedoch unbedingt auf Brennwerttechnik gesetzt werden, da das nicht nur Heizkosten spart, sondern auch der Umwelt zugutekommt.

Wie wirkt sich Heizen mit Öl auf die Umwelt aus?

Ein Punkt lässt sich bei Ölheizungen kaum leugnen: sie produzieren hohe CO2 Emissionen und sind somit die am wenigsten umweltfreundlichen Heizsysteme, die auf dem Markt sind. Doch die Tatsache, dass sie so weit verbreitet sind, kommt den Heizungen teilweise auch wieder zugute. So wird ständig nach neuen Möglichkeiten geforscht, Emissionen zu verringern, damit der ökologische Fußabdruck von Ölheizungen zumindest ein bisschen verkleinert werden kann.

Beispielsweise gibt es Hybridheizungen, die eine Ölheizung mit Solarthermie kombinieren. Die Sonnenenergie hilft bei der Warmwasserbereitung und unterstützt beim Heizen, sodass der Öl-Brennwertkessel an manchen Tagen gar nicht erst in Betrieb gehen muss. Vor allem bei einer Modernisierung oder Erneuerung des Kessels ist eine Kombination aus einem Öl-Brennwertkessel mit einer Solaranlage empfehlenswert. Dadurch wird weniger Öl verbrannt und die Umwelt geschützt.

Zudem gibt es auch Bestreben, Öl mithilfe von Biomasse herzustellen, dass mit dem Standard-Öl vermischt und so teilweise regenerativ wird. Aus Klimaschutzgründen sind Ölheizungen längerfristig jedoch nicht zu empfehlen, da sie im Vergleich mit erneuerbaren Energien umwelttechnisch einfach nicht mithalten können.

Ölheizungen werden zwar noch einige Jahre in Betrieb bleiben, gehören jedoch nicht unbedingt zu den Heizmethoden der Zukunft. Um energieeffizient mit Öl Wärme erzeugen zu können, sollte auf jeden Fall auf modernste Brennwerttechniken gesetzt werden. Dadurch sparen Sie nicht nur Kosten, sondern senken auch die Umweltbelastung zumindest ein wenig. Der Nachhaltigkeit zuliebe lohnt es sich jedoch, auf erneuerbare Energien umzusteigen.