Grundstück kaufen: Worauf beim Grundstückskauf zu achten ist

Grundstück kaufen: Worauf beim Grundstückskauf zu achten ist

Alles basiert auf einem guten Grund. Als ersten Schritt zum Traum vom Eigenheim kümmert man sich üblicherweise um das Grundstück auf dem gebaut werden soll. Ein solches zu finden und dann vor allem ordnungsgemäß zu erstehen, kann einige Hürden mit sich bringen. Deshalb haben wir uns für Sie auf die Suche nach den essentiellen Informationen rund um den Grundstückskauf gemacht. Was es von rechtlicher und finanzieller Seite zu beachten gibt und welche Kriterien Ihnen bei der Wahl des passenden Grundstückes helfen, erfahren Sie hier.

Finanzierung: Kosten und Nebenkosten

Was Sie das Grundstück schlussendlich kosten wird, hängt natürlich erstmal davon ab, wie viel Sie ausgeben wollen und wie viel Sie raushandeln. Die Nebenkosten errechnen sich dann vom letztendlichen Grundstückspreis.

Bis das Objekt wirklich vollständig in Ihren Besitz übergeht, müssen nämlich noch die folgenden Gebühren geleistet werden: Grundbucheintragungsgebühr: 1,1% des Kaufpreises (KP), Grunderwerbsteuer 3,5 %, bei einer Hypothek noch zusätzlich 1,2% der Darlehenssumme für die Grundbucheintragung, Kosten der Vertragserrichtung und Treuhandschaft: 1-2% zzgl. 20 % Mehrwertsteuer des KP, Maklerprovision: 3% zzgl. 20 % Mehrwertsteuer des KP.

Von Rechts wegen: Der Kaufvertrag beim Grundstückskauf

Sobald Sie sich mit dem Verkäufer über den Kaufpreis geeinigt haben, kann es ans Aufsetzen eines Kaufvertrages gehen. Prinzipiell ist es möglich einen solchen selbst zu erstellen, es besteht allerdings die Pflicht ihn von einem Notar beglaubigen zu lassen.

Ein gültiger Kaufvertrag für ein Grundstück enthält folgende Punkte:

  • Namen und Anschriften der Vertragspartner
  • Genaue Angaben zum Grundstück (Anlehnung an den aktuellen Grundbuchauszug)
  • Vereinbarter Kaufpreis
  • Zeitpunkt und Bedingungen der Übergabe bzw. des Besitzwechsels
  • Meldepflicht von Mängeln durch den Grundstückverkäufer
  • Vereinbarungen bezüglich Zahlungsfrist und Verzugszinsen
  • Im Falle eines Treuhänders, dessen Namensnennung
  • Grunddienstbarkeiten wie Wegerechte, Durchfahrtsberechtigungen etc. (aktueller Grundbuchauszug)

Hingegen mancher Meinung geht aber das Eigentum nicht bei Kaufvertragsunterzeichnung und Zahlung über. Dafür ist zwingend noch die Eintragung ins Grundbuch notwendig. Vor der Eintragung müssen noch etwaige Hypotheken gelöscht und das Grundstück vom Voreigentümer durch eine Anmerkung der Rangordnung der beabsichtigten Veräußerung für etwaige Dritte geschlossen werden. Achten Sie genau hierauf, denn so haben Sie den gesicherten Anspruch auf die Übertragung des Eigentums. Auch die Grunderwerbssteuer muss noch vor einer Übergabe bezahlt werden. Gegebenenfalls fallen auch Genehmigungen durch die Behörden an, wie etwa eine Grundverkehrsrechtliche Genehmigung.

Lassen Sie sich genau über etwaige Mängel am Grundstück informieren. Sollte der Verkäufer dieser Pflicht nicht nachkommen und tatsächlich Mängel auftauchen, haben Sie Anspruch auf Schadensersatz. Rücktrittsrecht besteht prinzipiell keines, es sei den es besteht Einvernehmen oder eine Vertragsverletzung liegt vor.

Grundstückseigenschaften und Kaufentscheidung

Vor einer potentiellen Kaufvereinbarung ist ein ganzes Arsenal an Überlegungen und Informationen essentiell, um keinen Fehlkauf zu begehen. Fragen Sie sich zu Beginn, warum der Anbieter überhaupt verkaufen will? Ist der Wert des Grundstückes später noch gegeben oder droht ein größerer Wertverlust? Sind alle Grundstückseigenschaften auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt?

Für derlei Informationen kann ein Grundbuchauszug verlangt werden, der über gesetzliche Auflagen, Rechte, (Bau-)Beschränkungen, Eigentum des Verkäufers, Hypotheken und Pfandrecht, Vorkaufsrechte, Wegerechte, etc. informiert. Das sollte in jedem Fall vor der Kaufentscheidung passieren.

Richtwerte für die Größe bei Bauvorhaben

Nach welchen Größenordnungen Sie sich umsehen wollen, setzt eine Entscheidung über Ihr Bauprojekt voraus. Soll es eine Doppelhaushälfte oder Reihenhaus werden? Dann sind 200-300 m2 ausreichend. Für ein freistehendes Haus werden in etwa zwischen 500 und 800 m2 empfohlen und über 800 m2 werden benötigt wenn auch ein Garten angelegt werden soll.

Grundstück kaufen: Die Baulage richtig wählen

Die Lage ist wohl einer der wichtigsten Aspekte beim Kauf eines Grundstücks. © js-photo – stock.adobe.com

Wo und wie finden Sie das Grundstück? Die Lage

Die Lage ist einer der wichtigsten Parameter bei der Grundstücksauswahl.

Um das Grundstück bei einem eventuellen Hausbau auch optimal anschließen zu können, muss eine Aufschließungsstraße möglichst nahe sein (oder das Grundstück bereits an Strom, Gas, Wasser, Kanalisation etc. angeschlossen sein), sonst ergeben sich oft horrende Zusatzzahlungen für den Anschluss des Grundstücks.

Überlegen Sie sich, ob die Lage der Längsachse des Grundstückes Ihren Vorstellungen entspricht, denn danach entscheiden sich Grundriss und Gartenanlage; ebenso bei ebenen oder an Hängen gelegenen Grundstücken.

Für die künftigen Energiekosten entscheidend können sonnige, windstille oder wettertechnisch extremere Lagen sein.

Bodenbeschaffenheit

Wichtig sind auch Informationen zum Grundwasserstand, denn ist dieser sehr hoch, muss für eine ausreichende Kellerabdichtung gesorgt werden. Solche Fundamentierungsarbeiten hängen auch mit den Bodenverhältnissen zusammen. Informieren Sie sich am besten bei Nachbarn, lokalen Erdbau- und Bauunternehmen, oder Bauämtern und Gemeindeämtern bezüglich der Bodenbeschaffenheit.

Auch Informationen über etwaige chemische Altlasten, oder Elektroschrott am Grundstück sollten beim Altlastenkataster, Bauamt oder beim Altlastenatlas eingeholt werden.

Flächenwidmungs- und Bebauungsplan

Werden Sie das Grundstück als Baugrund nutzen, so ist es wichtig zu wissen, was Sie überhaupt dort hinbauen dürfen. Fragen Sie auf dem jeweiligen Gemeindeamt nach dem Flächenwidmungs- bzw. Bebauungsplan. Dieser legt fest ob und wie gebaut werden darf. Welche Dachform, wie viele Stockwerke, welche Größe und Form darf das Haus haben? Welche Mindestabstände zu Nachbargrundstücken müssen eingehalten werden?

Fazit

Ein Grundstück kauft man nicht unüberlegt. Große Investitionen, wie diese, erfordern eine Menge an Überlegungen und Schritten. Entsprechen Lage, Anbindung, Bodeneigenschaften, oder baurechtliche Freiheiten Ihren Vorstellungen und Sie haben sich für ein Objekt entschieden, sind noch eine Menge behördlicher Aufgaben nötig, um Ihr Grundstück tatsächlich zu Ihrem machen zu können. Zwischen Grundbucheintrag und Kaufvertrag finden Sie sich mit unserem Ratgeber ein Stück weit besser zurecht.

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