Vinylboden, PVC & Co.: Kunststoffböden im Vergleich

Vinylboden, PVC & Co.: Kunststoffböden im Vergleich

Preisgünstige Varianten gibt es in jedem Produktsegment, aber selten sind die so reich an Vorzügen, wie im Fall der Bodenbeläge. Wir sehen uns genauer an, welche die beliebtesten Kunststoffböden sind, was sie auszeichnet und schließlich gibt es einen Überblick darüber, was man beim Verlegen beachten kann.

Generelle Eigenschaften und Arten von Kunststoffboden

Der Kunststoffboden erfreut sich hoher Beliebtheit, da er Pflegeleichtigkeit und Fußwärme mitbringt, optisch den anderen Untergründen in nichts nachsteht und eben durchaus erschwinglich ist. Inzwischen braucht man auch vor etwaigen Weichmachern oder anderen giftigen Stoffen keinerlei Angst mehr zu haben.

Vinylboden und PVC-Belag: ein und dasselbe

Aus Polyvinylchlorid gefertigt stellt der im umgänglichen Sprachgebrauch bekannte PVC- oder Vinylboden eine der pflegeleichtesten und am wenigsten umständlichen Möglichkeiten des Bodenbelags dar. Der Stoff ist fußwarm, weich, nachgebend und hat eine hohe Flexibilität, was das Design angeht.

Kunststoffboden: PVC Bodenbelag oder auch Vinylboden

Der PVC- bzw. Vinylboden ist pflegeleicht und einfach zu verlegen. © U. J. Alexander – stock.adobe.com

Man kann gestaltungsmäßig so ziemlich alles mit dem Material machen; Fliesenoptik, Laminatersatz, Steinboden und während man sich an dem Anblick erfreut, hat man warme Füße, oder kann etwas fallen lassen, ohne, dass die Fliese bricht oder man Kratzer oder Wasserflecken ins Holz bekommt. Außerdem ist diese Variante preislich oft interessanter.

Linoleum: natürlich, antistatisch, hygienisch

Bei Linoleum haben wir zugegebenermaßen etwas geschummelt, indem wir das Material unter die Kunststoffböden sortiert haben.

Genau genommen besteht dieser „Kunststoffboden“ aus natürlichen, wenn auch stark bearbeiteten, Rohstoffen. Die Basis bildet Leinöl (woher auch der Name stammt), das zusammen mit Naturharzen, Kork- oder Holzmehl, Kalksteinpulver, Titanoxid und Farbstoffen auf ein Jutegewebe, das als Trägerschicht dient, aufgetragen wird.

Vorteil am Linoleumbelag ist vor allem seine hohe Widerstandsfähigkeit und seine antistatischen Eigenschaften, die neben dem Wohnraum besonders auch dort geschätzt werden, wo Elektronik statische Felder aufbauen kann.

Teppichboden

Der Teppichboden strahlt Gemütlichkeit aus, auch wenn er nicht pflegeleicht ist. © luckeyman – stock.adobe.com

Auch hohen hygienischen Anforderungen wird das Naturprodukt jederzeit gerecht, weswegen es beispielsweise in Krankenhäusern eingesetzt wird.

Teppichboden für leise Schritte

Obwohl man sich unter Kunststoffboden vielleicht nicht sofort einen Teppichboden vorstellt, gehören diese selbstverständlich auch unter dieselbe Kategorie (so sie denn nicht aus natürlichen Rohstoffen gefertigt sind). In Räumen, die Gemütlichkeit ausstrahlen sollen – wie dem Wohn- oder Schlafzimmer – sind sie besonders beliebt, weil sie weich, warm und ruhig sind, wenn man darüber geht.

Je nach Strapazierfähigkeit unterschieden sich die verschiedenen Teppichprodukte. Ein Stoffbelag im Schlafzimmer muss anderen Herausforderungen standhalten, als der Belag auf dem Treppenaufgang oder im Hauseingang.

Während ihr vorrangiger Vorteil – ihre angenehme, textile Oberfläche – in bereits erwähnten Räumen zum Tragen kommt, ist ihr großer Nachteil, dass sie nicht sehr pflegeleicht sind (zumindest nicht im Vergleich zu Vinyl oder Linoleum).

Der direkte Schnell-Vergleich: Vor- und Nachteile

 PVCLinoleumTeppich
fußwarm
rutschfest
trittschallgedämmt
gelenkschonend
antibakteriell
robust und langlebig
pflegeleicht
feuchtigkeitsbeständig
reparaturfähig
variabel im Design

 

Optik eines Kunststoffbodens: Fliesen, Eiche, Stein

Während man sich üblicherweise für einen Bodenbelag zumindest zum Teil aufgrund seines Designs entscheidet, hat man bei Design-Vinylböden die Qual der Wahl. Man muss nicht zwischen Fliesen- oder Holz entscheiden. Man kann die Feuchtigkeitsbeständigkeit von Fliesen haben und muss nicht auf Fußwärme oder die beruhigende und natürliche Optik des Holzes verzichten.

So wird zum Beispiel das harte Eichenholz oft als Bodenbelag verwendet, da es nicht so schnell Kratzer, oder Dellen bekommt. Wie man es aber auch behandelt, an die Robustheit und die Flexibilität des PVC-Bodens kommt auch die Eiche nicht heran – ganz zu schweigen vom preislichen Unterschied, der sich zugegebenermaßen beim Holzlaminat etwa noch in Grenzen hält.

Bevorzugt man den allen Umständen trotzenden Steinuntergrund – beständig, robust und elegant ruhend – dann muss man dank des PVCs auch nicht auf warme Füße verzichten, denn Steinplatten gehören nicht unbedingt zu den wärmsten Materialien.

Bodenbelag verlegen

Einen PVC Boden zu verlegen, ist nicht schwierig. Es bedarf nur etwas Geduld. © Ingo Bartussek – stock.adobe.com

Das Vinyl hingegen ist ebenso wasserabweisend und pflegeleicht und darüber hinaus weicher und mitunter angenehmer auf der Fußsohle.

Bodenbelag verlegen

Sollten Sie einmal in den Genuss kommen, Linoleum oder PVC zu verlegen, werden Sie jene Menschen, die sich diese unfassbar einfachen Verlegesysteme ausgedacht haben, lieben lernen. Man muss weder einen teuren Handwerker bezahlen, noch selbst einer sein, um die verschiedenen Arten auf den Boden bringen zu können.

Verschiedene Arten deshalb, weil man sich mittlerweile schon zwischen Klebe-, Massiv- und Fertig-Vinyl entscheiden kann. Erstere klebt man, wie der Name schon sagt, einfach auf den Untergrund. Ein 30 m2 großer Raum ist in etwa 4 Stunden fertig mit dem neuen Kunststoffboden ausgelegt. Bei den verbleibenden beiden Varianten werden massive Platten oder Vinyl auf HDF-Trägerplatten (HDF = „Hochdichte Faserplatte“) einfach ineinandergesteckt. Auch das ist in Windeseile erledigt.

Gebraucht wird dafür lediglich ein Stanley-Messer und ein Metalllineal. Das gilt allerdings ‚nur‘ für Bodenbeläge, die auch extra so konzipiert wurden. Selbstverständlich gibt es auch Linoleumbahnen und Vinylbeläge, die etwas mehr Aufwand verlangen. Dafür kann man davon ausgehen, dass fest verklebte Platten und Bahnen besser halten.

Titelbild: © Manuel Schönfeld – stock.adobe.com