Fertigteilhaus: Alles was Sie wissen sollten

Fertighaus: Alles, was Sie wissen sollten

Wer sich ein Haus bauen möchte, hat verschiedene Bauarten zur Auswahl. Eine davon ist das Fertighaus, das in Österreich mitunter eine der beliebtesten Bauweisen ist. Das kommt nicht von ungefähr, denn es ist günstig im Preis wie in Bauzeit und -aufwand. Die vielen verschiedenen Fertigteilhaus Anbieter garantieren, dass für alle Wohnwünsche etwas dabei ist.

Im Folgenden möchten wir gerne die Verwirrung zwischen Fertigteilhaus und Fertighaus auflösen, einen Überblick über die Vor- und Nachteile geben, bautechnische Fragen rund um das Fertighaus klären und auf den Kostenpunkt eingehen. Vielleicht befinden sich Ihr Zimmer, Küche, Kabinett dann auch bald innerhalb eines Fertigteilhauses.

Fertigteilhaus oder Fertighaus? Was ist der Unterschied?

Fertighaus oder Fertigteilhaus?

Zwischen den Begriffen Fertighaus und Fertigteilhaus gibt es keinen Unterschied. © benik.at – stock.adobe.com

Es sei gleich vorausgeschickt: es gibt keinen Unterschied. Fertigteilhaus und Fertighaus sind nur verschiedene Bezeichnungen für ein und dieselbe Sache, nämlich ein:

„auf vorbereitetem Unterbau errichtetes Bauwerk aus vorgefertigten, geschoßhohen Wandelementen, […] die in Produktionsstätten witterungsunabhängig hergestellt, auf die Baustelle transportiert und dort zusammengebaut werden. Abweichend davon können Dachkonstruktionen einschließlich ihrer Deckenkonstruktionen aufgrund besonderer Bauwerksgestaltung ohne Vorfertigung sein.“

Diese Definition ist in der ÖNORM B2310 für Fertighäuser festgelegt. „Fertighaus“ ist somit der offizielle Begriff für diese Bauweise.

Vor- und Nachteile des Fertighauses direkt im Überblick

Keine Bauweise hat nur Vorteile oder nur Nachteile – und so ist es auch beim Fertigteilhaus. Mit unserem Überblick erkennen Sie, ob die Fertigbauweise die richtige für Sie ist.

 

VorteileNachteile
+ Die Planungs- und Bauzeit beträgt nur 10-12 Monate. Die Individualisierung der Wohnwünsche ist eventuell leicht eingeschränkt.
+ Es ist schnell bezugsfertig, zu einem genau planbaren Termin. Ein Fertighaus ist weniger wertbeständig und vergleichsweise kurzlebig.
+ Wichtigster Baustoff ist Holz, welches CO2 speichert und bei der Herstellung einspart, gut dämmt und Energie und Ressourcen spart Der Baugrund wird unter Umständen nicht optimal genutzt.
+ Die Hersteller bieten erprobte und bewährte Hausformen und Grundrisse an.
+ Die Fertigung ist witterungsunabhängig.
+ Ein Fertighaus ist preisgünstig.

Fertighaus aus Ziegeln?

Die Entscheidung zwischen Fertig- und Massivbauweise hängt sich oftmals an der Stabilität der Baumaterialien auf. Während Massivhäuser aus einem robusten Ziegelmauerwerk bestehen, baut man beim Fertighaus meist in Leichtbauweise mit Holz oder Gipsfaser. Allerdings gibt es einige Anbieter von Fertighäusern, die Ziegelfertigteilsysteme im Programm haben.

Dem Konzept des Fertigteilhaussystems treu geblieben, werden auch hierbei die Einzelteile vorab im Werk gefertigt, nur in diesem Fall eben aus Ziegeln. Das verspricht eine robustere Bauweise, bessere Wertbeständigkeit und Ziegeln haben auch eine regulierende Funktion bezüglich der Luftfeuchtigkeit, was für ein angenehmeres Raumklima sorgt.

Energie und Ressourcen sparen im Fertighaus

Wenn man ein Fertighaus bauen möchte, ist man bei einem ganz sicher nicht eingeschränkt und das ist die Energieeffizienz. Passivhäuser, Null- oder gar Plusenergiehäuser sind oft als Fertighäuser konzipiert. Solche sind dann zwar im Vergleich mit anderen Fertighäusern etwas teurer, sparen aber dafür bei den Betriebskosten wieder ein.

Besonderes Augenmerk wird hierbei auch neuerdings auf die Materialien gerichtet. Styropor als Dämmstoff wird durch Zellulose oder Holzwolle ersetzt, die Gipsfaserplatten werden von der Holzriegelbauweise abgelöst. So erweitert sich der ökologische Baustil von der reinen Energieeffizienz auch hin zur Nutzung nachhaltiger Baustoffe.

Ausbaustufen – von Außenhülle bis schlüsselfertig

verschiedene Ausbaustufen beim Fertigteilhaus

Beim Bau Ihres Fertighauses können Sie normalerweise zwischen verschiedenen Ausbaustufen wählen. © schulzfoto- stock.adobe.com

Beim Fertighaus ist es bei vielen Anbietern üblich, verschiedene Ausbaustufen anzubieten. Je nachdem wie viel bautechnisches Können (und Wollen) sich der Bauherr zutraut, wird das Haus in einem anderen Zustand übergeben.

Baulich versierte Häuslbauer übernehmen das Fertighaus als Ausbauhaus. Der komplette Innenausbau bleibt so dem künftigen Besitzer überlassen, was ihm Kosten einspart. Wenn Heizung, Elektro- und Sanitärrohrinstallationen und der Estrich mitübergeben werden, handelt es sich um ein belagsfertiges Haus. Erst, wenn auch Wand-, Decken- und Bodenbelag, Sanitärinstallationen und Innentüren vorhanden sind, ist das Fertighaus schlüsselfertig.

Ungefähre Kosten für ein Fertighaus

Geht man verschiedene Anbieter im Internet durch, erhält man Preise im Bereich von EUR 1.500,- pro m2. Dass dieser Preis stark variieren kann, versteht sich von selbst. Dazu kommen noch diverse Nebenkosten und der Grundstückspreis. Mit diesem Wert liegt man allerdings in jedem Fall doch noch konsiderabel unter jenem für ein Massivhaus, was oftmals kaufentscheidend ist.

Fertighäuser kaufen und verkaufen

Das „Problem“ in Sachen Kauf und Verkauf von Fertighäusern ist deren Wertbeständigkeit. Da die meisten unter ihnen in Leichtbauweise gebaut werden, verlieren sie schnell an Wert und lassen sich nur sehr ungünstig weiterverkaufen. Umgekehrt gilt natürlich auch, sollten sie ein Fertigteilhaus kaufen wollen, dass es vergleichsweise günstig weitergegeben wird. Allerdings müssen Sie dann auch damit rechnen, dass Renovierungsarbeiten eher nötig sein werden, wie bei einem Massivhaus.

 

Wer sich für ein Fertig(teil)haus entscheidet, will günstig und schnell ein Eigenheim aufziehen. Das eigene Haus kann dann besonders energieeffizient sein, aber nur bis zu einem gewissen Grad einzigartig. Wer ein ungünstig zu bebauendes Grundstück erworben hat, wird mit einem Fertigteilhaus unter Umständen starke Nerven brauchen, wenn der Platz vom vorgegebenen Grundriss nicht optimal genutzt werden kann.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das Fertighaus nicht umsonst eine der beliebtesten Bauarten ist. Dass man aber individuell entscheiden muss, je nachdem, was man von seinem Eigenheim erwartet, scheint auch hier (wie auch in sonst so vielen Bereichen) klar zu sein. Die vielen bereits bestehenden Fertighäuser beweisen aber, dass sich Zimmer, Küche, Kabinett sehr gut darin machen.

Titelbild: © js-photo – stock.adobe.com